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Elena Maier
Text:
Stephan Holdermann,
Frank Trommer
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Überlegungen zur Terminologie und Systematik von Damaszenerstählen
| Unter den Eisen
und Stahlwerkstoffen stellen Damast oder Damaszener Stähle eine
Werkstoffgruppe dar, die seit jeher auf viele Menschen eine gewisse
Faszination ausgeübt haben und um die sich bis in unsere Zeit
viele Legenden gebildet haben. Auch wenn die Herstellung von Schweißdamast
in letzter Zeit einen gewissen „Boom“ erfahren hat, ist
der Zenit der Damszenerstähle wohl schon überschritten und
stellt immer wieder ein Arbeitsgebiet für Schmiede, Restauratoren,
Archäologen und Volkskundler dar. |

Damastpakete
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Leider taucht im Zusammenhang mit dem Begriff Damast immer wieder der die
Bezeichnung Damaszieren auf. So definiert M. Sachse Damaszierte Stähle
ausschließlich als "echte" Damaste. J. Ypei faßt unter
dem Begriff Damaszierung in Hoops Realexikon Schweißdamaste zusammen.
J. Emmerling versteht unter damaszieren die Herstellung von Damast. Er merkt
hier jedoch an, dass sich mehrdeutige Begriffe geformt hätten, diese
aber aufgrund ihrer allgemeinen "Einbürgerung" belassen werden
sollten. Gänzlich außerachtgelassen wird in diesem Zusammenhang
die Berufsgruppe des Damszierers, ein von der Solinger Handwerkskammer eingerichteter
Lehrberuf, der sich ausschließlich mit der Dekoration von Klingen
beschäftigt.
Die Damaszenerstähle gliedern sich in zwei große Gruppen, die
sich sowohl in der Herstellung als auch in ihren Eigenschaften deutlich
von einander unterscheiden. Die erste Gruppe ist der Schweißdamast,
der vorrangig in Europa, Naher Osten, Japan und Malaysia hergestellt wurde.In
anderen Sprachen wird die Herstellung dieser Damaste auch als Musterschmieden
bezeichnet.
Die zweite Gruppe der Damscenerstähle bildet der Wootz, kristalline
Damast oder Gefügedamast, dessen Verbreitungsgebiet in Indien Persien
und lag. Mit unter wird diese Gruppe der Damaste auch Naturdamast genannt,
diese Bezeichnung erscheint mir jedoch wenig sinnvoll da den Damasten immer
ein künstlicher schöpferischer Vorgang zu Grunde liegt und auch
der Wootz keinesfalls natürlich vorkommt.
| Beide Materialgruppen haben,
so verschieden sie in Herstellung und Eigenschaften auch sein mögen,
zwei Gemeinsamkeiten, die unseres Erachtens kennzeichnend für
Damascenerstähle sind. Beide besitzen eine besondere innere Struktur,
die durch spezielle Ätz- oder Schleifverfahren an der Oberfläche
sichtbar gemacht wird und ein gewolltes Muster auf dem Werkstückes
ergibt. |

tordiert
|
Weiterhin haben sich beide Verfahren aus dem Zwang entwickelt, das Ergebnis
der frühen Verhüttungsöfen raffinieren zu müssen um
technisch brauchbare Erzeugnisse herzustellen. Beide Techniken haben als
Ziel das homogenisieren der Stähle und befreien von Schlacken.

Damastschwertmuster
Zur Abgrenzung zu den „echten“ Damasten muss hier noch eine
dritte Gruppe erwähnt werden, es handelt sich hier um die Damaszierten
Stähle. Prägend für diese Bezeichnung ist der Damaszierer
ein Lehrberuf in Solingen, dessen Aufgabe es war neben Vergoldungen und
anderen Dekorationstechniken, Zeichnungen und Muster mittels Ätztechniken
auf Stahlwerkstoffen - insbesondere Klingen und Messern herzustellen. Wobei
es sich bis weilen um schlichte Fälschungen der Damaste handelt. Durch
die deutliche Formulierung dieses Berufsstandes als Damszierer kann diese
Bezeichnung nicht mehr auf "echte" Damaste insbesondere in Volkskunde
keine Gültigkeit mehr haben angewendet werden.

Damastschwert
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